AKUSTIK GITARRE
2 09  März/April 2009
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BEPPE GAMBETTA
Rendez-vous
Gadfly 516

"Ich habe Erfolg gehabt, weil ich das Glück hatte, mit einigen der herausragendsten Musikern der Welt zusammenzuspielen - und die meisten von ihnen sind vollkommen unbekannt". An diesen Satz von Paul Simon fühlt man sich erinnert, wenn man die Liste der Duettpartner liest, mit denen auf seiner neuen CD zusammenzuarbeiten für Beppe Gambetta einem Traum gleichkam: Die Bostoner Songwriterin und Gitarristin Patty Larkin trägt von allen hier noch den bekanntesten Namen. Doch Paul Simon Statement enthält ja auch das Versprechen , dass sich durch die Mitwirkung  unbekannter Virtuosen eine ganz besondere und dabei dennoch eingängige Musik einstellen könnte. Und das trifft hier vom ersten Ton an zu. Gambetta hat darauf verzichtet, ein weiteres Album einzuspielen, mit dem er seine Flatpicking-Virtuosität hätte demonstrieren können - und stattdessen, 'Rendez-vous' arrangiert mit Leuten, mit denen er schon immer musizieren wollte. Die Rechnung des Italieners ist voll und ganz aufgegangen: Bis zum Ende atmet das Projekt eine ungewöhnliche Gelassenheit, und angesichts wunderschöner Balladen verblasst bald jeder Gedanke an spieltechnische Einzelheiten. Man fliesst einfach nur dahin im Sog einer ungemein natürlichen und stimmungsvollen Musik. Und auch wenn bei 'Light in Torraca' einmal Groove und Tempo regieren, nimmt man das selbstverständlich hin als Ausdruck einer anderen Stimmung. Zwischen Bluegrass und Italienischer Folklore changiert das Album, zumeist mit Gambetta als unaufdringlichem, aber autentischem Sänger, und immer mit der alles durchdringenden Ausstrahlung einer Liebe zur Musik, wie sie sich Musiker leisten können, die nichts mehr beweisen müssen. (Michael Lohr)